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mehr zu PSD BauGeldDas Erstkonzept „Wandel und Erneuerung“ zeigt markante Lokalitäten der Stadt Münster sowie eindrucksvolle Entwicklungen des Stadtkörpers. Daneben sorgen emotionale Bildsequenzen sowie grafische Ambient-Elemente für eine öffentliche Vermittlung der Bankidentität.
In einem kooperativen Projekt der Fachbereiche Design (Prof. Nowotsch) sowie Elektrotechnik und Informatik (Prof. Gernot Bauer) wurden Möglichkeiten interaktiver Nutzung der Medienwand auf der Basis von Smartphones entwickelt und an einem Abend im Dezember 2009 vorgestellt. Sie zeigten das große Potential derartiger Technik, die jedoch immer verbunden ist mit einem spezifischen visuellen Konzept.
Marshall McLuhans Begriff des „globalen Dorfes“ beruht auf seiner Vorstellung einer weltumfassenden Informationsgesellschaft, die für ihn durch das Radio und besonders, ca. ab Mitte der 60er Jahre, durch das Fernsehen entstanden ist. Die temporäre Installation auf der Medienwand bezieht sich auf diese, lange vor dem Internet liegende, globale Medienwelt und zeigt europäische Testbilder und Senderkennungen der 80er Jahre, die damals das Fernsehen zwischen den Programmblöcken bestimmten. Heute, mit den veränderten Technologien und besonders mit einem rund um die Uhr durchgängigen Programm sind diese „Leerzeichen“ zwischen den Programmzeiten verschwunden. Die Medienwand holt diese Zeichen noch einmal in die Gegenwart zurück, dazu ein Portrait McLuhans aus einer alten Fernsehsendung.
Zwei grafische Symbole zu Anfang und Ende der gezeigten Bildsequenzen verweisen zum einen auf das „Tetrad“, ein von McLuhan entwickeltes theoretisches Modell zur Analyse der Effekte von Medien, zum anderen auf ein Zitat aus dem Text „Der elektronische Raum“ von Prof. Norbert Nowotsch, 1991: „Im elektronischen Raum gibt es nicht Tag und Nacht, sondern nur An und Aus.“ Des Weiteren sind auf der Fassade Bilder aus der großen, dreistufigen Medieninstallation mit dem Titel „Wave“ zu sehen, die in Kanada entwickelt worden ist. Der gesamte Bildbeitrag wurde in enger Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Münster (unter der Leitung von Prof. Norbert Nowotsch) und der Universität Alberta, Kanada (verantwortlich hier Prof. Cezary Gajewski) entwickelt.
Die Bildsequenz bezieht sich auf die Metamorphose des Hafens und gleichzeitig auf das Vexierspiel von „alter“ und „neuer“ Architektur in Münster, ausgehend von der überraschenden Erkenntnis, dass der „old world charm“ vieler Gebäude in der Innenstadt aufgrund der Zerstörungen im Krieg oft ein Nachbau ist und erst seit den fünfziger Jahren in dieser Form existiert.
Studierende des MARCHI (Moscow Architectural Institute) entwickelten unter der Betreuung von Prof. Lisa Schmitz im Sommersemester 2009 folgende, bereits auf der Medienwand vorgestellten Bildsequenzen. Die Arbeiten waren auf der Medienwand im Sommer/Herbst 2010 zu sehen. Die Arbeiten aus dem MARCHI wurden eingeleitet durch den kurzen Film „Reflection Map“, der in dem von Studierenden initiierten, kooperativen Projekt „Dreiraum“ unter Mitwirkung von Studierenden aus Moskau (MARCHI), dem Fachbereich Architektur und dem Fachbereich Design der Fachhochschule Münster 2008 auf dem Gelände des Leonardo Campus entstand.
Evgeny Aksenov – Reflection map
Vitaly Ozerov – No Title
Polina Gnezdilova– Private Cosmos
Alexandra Mukovozova/Daria Sharygina – Time Flow
Die Bilder dieser Animation spielen mit der Idee, die physische Identität der Bank zu verändern. In der Stadt fotografierte Fassaden auf der Medienwand-Fassade suggerieren eine Verwandlung in ein Wohnhaus, eine Schule oder ein historisches Gebäude.
Arnim Hippel ist Absolvent am FB Design der FH Münster, Produktdesigner, Musiker und DJ. Die Foto- und Videoarbeiten waren auf der Medienwand im Sommer/Herbst 2010 zu sehen.
Die eingefärbten und in ihrer Bewegung verlangsamten Flammen entstanden durch das Entzünden von Filmmaterial. Sie sollen ein Spannungsfeld zwischen zwei medialen Repräsentationsbereichen bilden, der Medienwand und dem gegenüber liegenden Kino – als symbolischer Verweis auf die Dramatik und die Special Effects des Hollywood Kinos.
Eine visuelle Studie der nicht-menschlichen Gesichter, mit denen wir diesen Planeten teilen.
Eine Bildsequenz von privaten Räumen, Räume, für deren Besichtigung man sonst eine Einladung braucht. Wohnungen werden gewöhnlich mit Objekten ausgestattet, die man aus der Außenwelt mitbringt. Indem diese persönlichen Innenräume auf die Außenseite eines Gebäudes gebracht werden, eröffnet sich eine interessante Gegenposition.
Mich faszinierte die Idee der Medienwand als großes Fenster, also machte ich Aufnahmen von Fenstern in Münster, Berlin und Edmonton. Um ihre Wirkung zu verstärken, nutze ich spezifische Aufnahmewinkel, starke Kontraste und geometrische Kompositionen, wodurch sie sich von ihrem eigentlichen Kontext entfernten. Durch eine Präsentation auf der Medienwand werden sie wieder in ihren eigentlichen Kontext zurückgebracht.
Angeregt durch Lochkameras und ihre spezielle Aufnahmetechnik spielte ich mit der Idee der Veränderung des Raumes durch Blickwinkel. Durch die Platzierung der Kamera auf dem Boden kam der Raum näher, wurde aber auch ausgedehnter und eindrucksvoller.
Alltag – die täglichen Abläufe und Routinen, die wir absolvieren, ohne sie wirklich zu beachten. Nahezu überall auf der Welt kann man sie sehen: den Hund ausführen, zur Arbeit fahren, auf den Bus warten. Einige wenige Glückliche wissen diese Momente zu schätzen, die meisten verpassen sie im alltäglichen Stress.
Mich hat die Doppelfunktion der Medienwand angeregt, eine Wand von Fenster zu gestalten, welche die hinter der Wand liegenden Fenster der Bank vortäuscht. Ich habe daher eine Person erfunden, die durch das erleuchtete Gebäude läuft, während Raum für Raum die Lampen erlöschen – das letzte Licht schaltet die Person dann selbst aus und die Wand wird dunkel. Mein Ziel war es, in und mit dem Raum auf der Wand eine Illusion zu schaffen, die genauso gut Realität sein könnte.